Ausgabe Januar 2026

Infantino-Trump: Goldgangster im Gleichklang

»Cheese!« FIFA-Präsident Gianni Infantino macht ein Selfie mit Präsident Donald Trump, der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney, 5.12.2025 (IMAGO / ANP)

Bild: »Cheese!« FIFA-Präsident Gianni Infantino macht ein Selfie mit Präsident Donald Trump, der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney, 5.12.2025 (IMAGO / ANP)

Zum Glück gibt es sie doch noch, die Gerechtigkeit auf dieser brutalen Welt! Da beschert ein Mann Millionen den Frieden – und beendet sogar Kriege, angeblich acht an der Zahl, von denen die Welt zuvor noch nie gehört hatte –, und doch hat das Nobelpreiskomitee ihn schnöde rechts liegen lassen. Doch zum Glück hat nun ein anderer Ehrenmann ein Einsehen und bedenkt unseren Goldritter endlich mit dem Preis, den er verdient. Donald Trump, wer auch sonst, erhält den eigens für ihn vor einem Monat erfundenen FIFA-Friedenspreis. Und wer könnte für die Übergabe besser geeignet sein als FIFA-Boss Gianni Infantino? »Herr Präsident, sie können immer mit meiner Unterstützung rechnen, mit der Unterstützung der ganzen Fußballwelt, wenn sie Frieden auf die Welt bringen wollen«, so der gelackte Fußball-Strippenzieher maximal speichelleckerisch.

Ja, Infantino und Trump sind schon lange ein Dreamteam. Beide wurden 2016 zum ersten Mal gewählt und sind seither schier unzertrennlich. Brüder im Geiste eben. Oder sollte man besser Gangster im Geiste sagen? Welch Bild für die Fußballgötter, als Trump in diesem Sommer beim Finale der FIFA-Club-Weltmeisterschaft nach der Übergabe der Gold-Medaillen kurzerhand selbst eine einsteckte, die ihm zuvor Infantino zugesteckt hatte. So ködert man Trump – mit allem, was wie Gold glänzt.

»Blätter«-Ausgabe 1/2026

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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