Ausgabe Mai 2026

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

Donald Trump trifft sich mit Felix Tshisekedi (Präsident der Demokratischen Republik Kongo) und Paul Kagame (Präsident Ruandas), 4.12.2025 (IMAGO / Daniel Torok / Avalon)

Bild: Donald Trump trifft sich mit Felix Tshisekedi (Präsident der Demokratischen Republik Kongo) und Paul Kagame (Präsident Ruandas), 4.12.2025 (IMAGO / Daniel Torok / Avalon)

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte US-Präsident Donald Trump im Dezember 2025, als die Staatsoberhäupter der beiden beteiligten Staaten – Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame – zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen. »Und dies ist bereits der achte Krieg, den wir in weniger als einem Jahr beendet haben.«1 

Frieden hat er auch in der Demokratischen Republik Kongo allerdings nicht hergestellt. Der blutige Konflikt im Herzen des afrikanischen Kontinents, der seit über 30 Jahren schwelt, dauert an. Noch im selben Moment, als in Washington die Unterschriften geleistet wurden, schlugen in Dörfern im Osten des Kongo Geschosse ein. Die Tinte auf dem Friedensvertrag war noch nicht getrocknet, da überrannten die von Ruanda unterstützten Rebellen der M23 (Bewegung des 23. März) die Stadt Uvira mit ihren rund 700 000 Einwohnern, ein Großteil der Bevölkerung floh.

Seitdem bemüht sich die US-Regierung mit allen erdenklichen Mitteln, den Friedensvertrag zu implementieren und übt Druck aus, damit schlussendlich auf die Unterschriften auf dem Papier tatsächlich ein Frieden im Ostkongo folgt. Doch die Konfliktkonstellation ist extrem komplex. Sie ähnelt einem gordischen Knoten. 

Der lange Schatten des Genozids

Der heutige Krieg im Kongo ist eine langfristige Folge des Völkermordes im kleinen Nachbarland Ruanda.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.