Ausgabe Mai 2026

Geopolitische Macht, privater Gewinn: Das Zeitalter der Kleptokratie

Donald Trump bei seiner Abreise aus Saudi-Arabien, 14.5.2025 (IMAGO / APAimages)

Bild: Donald Trump bei seiner Abreise aus Saudi-Arabien, 14.5.2025 (IMAGO / APAimages)

Ob im Nahen Osten, in der Ukraine oder in Afrika: Stets vermischt die Trump-Regierung Politik mit privaten Geschäften. Das ist kein Zufall, sondern hat System. Gezielt demontiert die Regierung im Inneren alle Institutionen, die Korruption und Vetternwirtschaft begrenzen sollen. Die Folgen sind gravierend – für den Rechtsstaat der Vereinigten Staaten wie für deren Außenpolitik.

Beobachtern fiel es lange schwer, Donald Trumps Außenpolitik zu charakterisieren. Aufgrund seiner demonstrativen Ablehnung liberal-internationalistischer Haltungen haben viele den US-Präsidenten mit einer Form des Realismus in Verbindung gebracht, verstanden als die ausschließlich machtgestützte Verfolgung nationaler Interessen. Als während Trumps erster Amtszeit die Nationale Sicherheitsstrategie von 2017 den »Wettbewerb der Großmächte« beschwor, behandelten Außenpolitikexperten diese Wendung als Schlüssel zum rationalen Verständnis seiner Manöver. Zuletzt haben im Gegensatz dazu viele behauptet, dass Trump eine Welt bevorzugt, in der die Großmächte ihre Einflusssphären abstecken. Konstant blieb dabei nur die Interpretation, dass Trump einen »transaktionalen« Ansatz in der internationalen Politik verfolge – die »Kunst des Deals« als große Strategie.

All diese Einschätzungen beruhen jedoch auf einem Kategorienfehler.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

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Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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