Bild: Donald Trump bei seiner Abreise aus Saudi-Arabien, 14.5.2025 (IMAGO / APAimages)
Ob im Nahen Osten, in der Ukraine oder in Afrika: Stets vermischt die Trump-Regierung Politik mit privaten Geschäften. Das ist kein Zufall, sondern hat System. Gezielt demontiert die Regierung im Inneren alle Institutionen, die Korruption und Vetternwirtschaft begrenzen sollen. Die Folgen sind gravierend – für den Rechtsstaat der Vereinigten Staaten wie für deren Außenpolitik.
Beobachtern fiel es lange schwer, Donald Trumps Außenpolitik zu charakterisieren. Aufgrund seiner demonstrativen Ablehnung liberal-internationalistischer Haltungen haben viele den US-Präsidenten mit einer Form des Realismus in Verbindung gebracht, verstanden als die ausschließlich machtgestützte Verfolgung nationaler Interessen. Als während Trumps erster Amtszeit die Nationale Sicherheitsstrategie von 2017 den »Wettbewerb der Großmächte« beschwor, behandelten Außenpolitikexperten diese Wendung als Schlüssel zum rationalen Verständnis seiner Manöver. Zuletzt haben im Gegensatz dazu viele behauptet, dass Trump eine Welt bevorzugt, in der die Großmächte ihre Einflusssphären abstecken. Konstant blieb dabei nur die Interpretation, dass Trump einen »transaktionalen« Ansatz in der internationalen Politik verfolge – die »Kunst des Deals« als große Strategie.
All diese Einschätzungen beruhen jedoch auf einem Kategorienfehler.