Bild: Mitglieder des mexikanischen Militärs in Guadalajara, 2.3.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)
Es war das bisher größte Konzert, das je auf dem zentralen Platz vor dem Regierungspalast in Mexiko-Stadt, dem Zócalo, stattgefunden hat: 400 000 Menschen folgten dort am 1. März der Einladung zu einem kostenlosen Konzert mit Weltstar Shakira. Präsidentin Claudia Sheinbaum lobte am folgenden Tag die fröhliche und zugleich friedliche Stimmung: »Das zeigt: Den Menschen geht es gut. Mexiko geht es gut.« Doch hinter diesen Worten verbirgt sich mehr als nur ein Gruß an die eigene Bevölkerung. Es ist eine bewusste Demonstration mexikanischer Souveränität gegenüber den USA im Norden.
Nur sieben Tage zuvor schien es noch so, als sei in Mexiko ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Auf die Festnahme und den Tod des meistgesuchten Mafiabosses Mexikos, Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, genannt »El Mencho«, am Sonntagvormittag des 22. Februar, hatten Mitglieder des Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG) mit einer deutlichen Machtdemonstration reagiert. In einer synchronisierten Aktion blockierten sie über 250 Straßen in 20 Bundesstaaten und legten damit den Verkehr in einigen Regionen komplett lahm. Videos ausgebrannter Busse, Tankstellen und Geschäfte fluteten das Netz. Ergänzt durch zahlreiche KI-generierte Bilder zeichneten sie ein erschreckendes Panorama.
Die mexikanische Regierung beeilte sich derweil zu versichern, sie habe die Situation unter Kontrolle, und warnte vor Falschmeldungen.