Bild: Donald Trump trifft sich mit Felix Tshisekedi (Präsident der Demokratischen Republik Kongo) und Paul Kagame (Präsident Ruandas), 4.12.2025 (IMAGO / Daniel Torok / Avalon)
Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte US-Präsident Donald Trump im Dezember 2025, als die Staatsoberhäupter der beiden beteiligten Staaten – Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame – zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen. »Und dies ist bereits der achte Krieg, den wir in weniger als einem Jahr beendet haben.«1
Frieden hat er auch in der Demokratischen Republik Kongo allerdings nicht hergestellt. Der blutige Konflikt im Herzen des afrikanischen Kontinents, der seit über 30 Jahren schwelt, dauert an. Noch im selben Moment, als in Washington die Unterschriften geleistet wurden, schlugen in Dörfern im Osten des Kongo Geschosse ein. Die Tinte auf dem Friedensvertrag war noch nicht getrocknet, da überrannten die von Ruanda unterstützten Rebellen der M23 (Bewegung des 23. März) die Stadt Uvira mit ihren rund 700 000 Einwohnern, ein Großteil der Bevölkerung floh.
Seitdem bemüht sich die US-Regierung mit allen erdenklichen Mitteln, den Friedensvertrag zu implementieren und übt Druck aus, damit schlussendlich auf die Unterschriften auf dem Papier tatsächlich ein Frieden im Ostkongo folgt. Doch die Konfliktkonstellation ist extrem komplex. Sie ähnelt einem gordischen Knoten.
Der lange Schatten des Genozids
Der heutige Krieg im Kongo ist eine langfristige Folge des Völkermordes im kleinen Nachbarland Ruanda.