Ausgabe Juni 2026

Hoffnung im Schatten des Terrors

Der verkannte Umbruch im Sahel

Assimi Goita, Präsident von Mali, 22.9.2025 (IMAGO / Xinhua)

Bild: Assimi Goita, Präsident von Mali, 22.9.2025 (IMAGO / Xinhua)

Westliche Sicherheitsexpert:innen betonen schon länger, der Sahel sei zum globalen Epizentrum dschihadistischer Gewalt geworden. Doch die Entwicklungen dort sind keineswegs so eindimensional, wie dies in der westlichen Öffentlichkeit häufig dargestellt wird. Vielmehr sind die Gewalteskalationen in Burkina Faso, Mali und Niger Bausteine eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruchs in der Region.

Wenn es um die Sicherheitslage im Sahel geht, klaffen die Einschätzungen weit auseinander – das haben auch die jüngsten Terrorangriffe Ende April in Mali gezeigt, bei denen unter anderem der malische Verteidigungsminister Sadio Camara durch eine Autobombe in der streng überwachten Garnisonsstadt Kati getötet wurde. Westliche Sicherheitsexpert:innen betonen schon länger, die Region sei zum globalen Epizentrum dschihadistischer Gewalt geworden. Betroffen sind vor allem die drei Sahelländer Burkina Faso, Mali und Niger – mitunter auch die nördlichen Regionen der angrenzenden Küstenländer Nigeria, Benin und Togo. Seit Beginn der Gewalteskalation 2012 sind dort über 70 000 Menschen ums Leben gekommen. Rund drei Millionen Menschen mussten ihre Häuser ganz oder vorübergehend verlassen. Hunderttausende Kinder und Jugendliche haben seit fünf bis zehn Jahren so gut wie keinen Zugang zu Bildung.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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