Die Automatisierung intellektueller Arbeit als Epochenbruch
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Moderne Künstliche Intelligenz verwirklicht das, was Marx General Intellect nannte. Mit ihr lässt sich die Produktion potenziell ohne menschliche Arbeit steigern. Damit verliert die Erwerbsarbeit ihre Fähigkeit, gesellschaftliche Integration und Teilhabe herzustellen. Unter solchen Bedingungen droht ein zivilisatorischer Verfall, wenn es nicht gelingt, eine radikale demokratische Strukturreform durchzusetzen.
Wer den spätkapitalistischen Westen der Gegenwart als ein System im finalen Niedergang beschreibt, verkennt dessen enorme adaptive Resilienz. Gemessen an seinen eigenen, immanenten Verwertungslogiken funktioniert das Akkumulationsregime mit einer geradezu unheimlichen Effizienz. Die Produktivkapazitäten expandieren, die technologische Landnahme erschafft neue Lebenswelten, und die Innovationszyklen in der Künstlichen Intelligenz (KI) erweitern die Fähigkeit des Kapitals zur Skalierung und Kontrolle in einer Größenordnung, die noch vor einer Dekade als utopisch galt.
Und dennoch offenbart sich im Zentrum dieses technologischen Triumphs eine zunehmende Fragilität der politökonomischen Fundamente. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich eine historische Asymmetrie etabliert: zwischen der unbestreitbaren Kapazität des Systems, massenhaft Output und Rendite zu generieren, und seiner schwindenden Fähigkeit, diese materielle Expansion durch den Mechanismus der Erwerbsarbeit in gesellschaftliche Integration und Teilhabe zu übersetzen.