Bild: Frauen protestieren in Yogyakarta gegen das Programm »Makan Bergizi Gratis« (MBG) der Regierung von Präsident Probowo Subianto. Im Rahmen des MBG-Programms haben sich über 50.000 Menschen eine Lebensmittelvergiftung zugezogen (Foto vom 8.9.2026, IMAGO / ZUMA Press Wire)
Seit zwei Jahren ist Indonesiens Präsident Prabowo Subianto nun im Amt – der konservative Ex-General folgte im Oktober 2024 auf den beliebten einstigen Reformer Joko Widodo, kurz: Jokowi, der das Land zehn Jahre lang regiert hatte.1 In seiner turnusmäßigen Rede an die Nation kurz vor dem Unabhängigkeitstag am 17. August zog Prabowo eine positive Bilanz. Man habe 121 transformative Maßnahmen beschlossen, sprich: alle fünf Tage eine Reform auf den Weg gebracht.
Doch ausgerechnet sein zentrales Wahlkampfversprechen – das 2025 eingeführte kostenlose Schulessen – geriet zuletzt massiv in die Kritik. Mitte August forderten Studierende bei Protesten in Jakarta neben einem Ende von Korruption, Repression und Preissteigerungen auch das Ende von »Makan Bergizi Gratis«, ein Programm, über das im ganzen Land kostenlose Mahlzeiten für Schulkinder und andere vulnerable Gruppen bereitgestellt werden. Denn obgleich die Regierung damit die chronische Mangelernährung von Millionen von Kindern zu lindern versucht, steht »Makan Bergizi Gratis« sinnbildlich dafür, was in der mit 280 Millionen Einwohner:innen drittgrößten Demokratie der Welt schiefläuft: Viele Beteiligte scheinen weniger die Gesundheit der Empfänger:innen als vielmehr ihre eigenen Profite im Blick zu haben. Die Prabowo-Regierung hat ihren Verbündeten über das Programm Milliardenaufträge und lukrative Posten verschafft – mit verheerenden Folgen.