Bild: Rohöltanker laden nach dem Abkommen mit den USA Öl am Terminal von Bajo Grande in Maracaibo, 1.9.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)
Ende August konnte US-Präsident Donald Trump mal wieder eine Art außenpolitischen Erfolg verkünden. In Zusammenarbeit mit der »hochgeschätzten« Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hätten sich die USA die weitgehende Kontrolle über 65 Mrd. Barrel Erdöl1 in Venezuela gesichert, erklärte er auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Der »größte Öl-Deal der Weltgeschichte« werde die Benzinpreise in den USA »bis weit in die Zukunft« senken. US-Außenminister Marco Rubio stellte »fast 100 Mrd. US-Dollar« an privaten Investitionen und »tausende hochbezahlte Arbeitsplätze« in Aussicht. Rodríguez bezeichnete die Nachricht als »historisch« und sprach von der »Wiedergeburt Venezuelas«.
Der Wortlaut des Abkommens war auch Wochen später noch geheim. Die venezolanische Verfassung dagegen ist bekannt und eindeutig: Laut Artikel zwölf und 13 gehören die Bodenschätze dem Staat, Land darf auch nicht vorübergehend an andere Staaten abgetreten oder verpachtet werden. Präsidentin Rodríguez behauptet, auch jetzt bleibe der venezolanische Staat Eigentümer des Erdöls. Dieses solle jedoch »in Wohlstand und Wohlergehen für unser Land umgewandelt werden«, so die Interimspräsidentin. Schließlich nütze es »nichts, Ölreserven im Boden zu haben«. Die Vereinbarung sehe vor, dass private Unternehmen in den kommenden 25 Jahren elf Mrd. Barrel fördern, was dem venezolanischen Staat insgesamt 209 Mrd.