Ausgabe Juli 2014

China: Der neue Seehegemon

Unaufhaltsam strebt das Riesenreich China nach Hegemonie in Ost- und Südostasien – und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch: Chinas Verteidigungshaushalt verzeichnet derzeit die höchsten Zuwachsraten aller Industriestaaten. Schon allein aufgrund seiner dominierenden Größe droht das Land, alle Widerstände, die sich ihm in der Region entgegenstellen, einfach niederzuwalzen.

Lange schien es, als beschreite China diesen Weg allein. Doch ausgerechnet die Ukraine-Krise treibt China nun einen neuen Verbündeten in die Arme: Russland. Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich mit seiner Ukraine-Politik in eine Isolation hineinmanövriert, in der Russland seine Absatzmärkte für Energie und die für die Modernisierung dringend benötigten Investitionen aus westlichen Industrieländern zu verlieren droht. Dies hat den russischen Präsidenten nun verstärkt die Nähe zur chinesischen Führung suchen lassen. Dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping kommt diese Annäherung sehr gelegen – aus strategischen Gründen, aber auch, weil China immer auf der Suche nach neuen Energiequellen ist. Bei seinem Besuch in Schanghai im Mai anlässlich eines asiatischen Sicherheitsgipfels einigten sich Putin und Xi Jinping nach zehnjährigen Verhandlungen überraschend auf einen 400 Mrd.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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