Ausgabe August 2015

D-Mark, Familie, Vaterland: Die AfD nach Lucke

Auf dem letzten Parteitag der AfD, so die einhellige Ansicht der Medien, konnte man erleben, wie eine Partei sich selbst zerlegt. Mit dem Essener Parteitag ist die einstige Lucke-Partei Geschichte, die Spaltung der AfD ausgemacht. Dabei bestand das eigentliche Erfolgskonzept der Partei in ihrer strategischen Verbindung der rechts-konservativen und radikal-liberalen Strömungen. Frauke Petry, die neue Führungsfigur der Partei, weiß das durchaus. In ihrer Bewerbungsrede auf dem Bundesparteitag kündigte sie daher bereits die Rückkehr zur Doppelspitze an, die beide Flügel repräsentiert. Gleichzeitig betonte sie die wichtige Rolle der Wirtschaftsliberalen, auch in einem rechts-konservativ geprägten Bundesvorstand. Gleich mehrfach umwarb sie den Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty als Mitglied für den neuen Bundesvorstand – dieser jedoch lehnte ab und kündigte später seinen Parteiaustritt an. Stattdessen gewann sie Starbattys Kollegen Jörg Meuthen für das Amt.

Petry präsentierte sich damit als eine Systemkritikerin auf dem Weg in die notwendige Professionalisierung. Während sie noch kurz zuvor Lucke scharf angegriffen hatte, gab sie sich auf dem Parteitag als integrierende Kraft, die die AfD in ruhigere Zeiten führen könne. Sie zeigte damit ein politstrategisches Geschick, von dem Bernd Lucke bis heute weit entfernt ist.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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