Ausgabe Februar 2015

Muslimischer Antisemitismus

In der letzten Ausgabe warnte »Blätter«-Herausgeberin Katajun Amirpur davor, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen. Einen anderen Schwerpunkt setzt der palästinensisch-israelische Psychologe Ahmad Mansour. Er plädiert dafür, die antisemitischen Einstellungen vieler Muslime endlich ernst zu nehmen und nicht weiter zu ignorieren. – D. Red.

Angesichts der kaltblütigen Auslöschung einer ganzen Redaktion durch islamistische Terroristen ist die zweite Opfergruppe in Paris leider medial ins Hintertreffen geraten. Dabei handelte es sich keineswegs zufällig um Juden. Seit Jahren ist in Frankreich ein steigender Antisemitismus zu beobachten, vor allem unter Muslimen.

Und dieses Phänomen gilt auch für Deutschland: So kam es 2014 im Zuge der diversen Anti-Israel-Demonstrationen wiederholt zu offenem Antisemitismus. Demonstranten zeigten den Hitlergruß und skandierten hetzerische Parolen wie „Jude, Jude, feiges Schwein, komm herunter, kämpf‘ allein“. Gewiss, auch danach kannte das mediale Entsetzen keine Grenzen. Dabei kam dieser Ausbruch des Antisemitismus keineswegs ohne Vorwarnung. Bereits gut zwei Jahre zuvor war der Rabbiner Daniel Alter in Berlin brutal zusammengeschlagen worden, nur weil man ihn aufgrund seiner Kippa als Juden identifiziert hatte.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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