Ausgabe Februar 2015

Muslimischer Antisemitismus

In der letzten Ausgabe warnte »Blätter«-Herausgeberin Katajun Amirpur davor, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen. Einen anderen Schwerpunkt setzt der palästinensisch-israelische Psychologe Ahmad Mansour. Er plädiert dafür, die antisemitischen Einstellungen vieler Muslime endlich ernst zu nehmen und nicht weiter zu ignorieren. – D. Red.

Angesichts der kaltblütigen Auslöschung einer ganzen Redaktion durch islamistische Terroristen ist die zweite Opfergruppe in Paris leider medial ins Hintertreffen geraten. Dabei handelte es sich keineswegs zufällig um Juden. Seit Jahren ist in Frankreich ein steigender Antisemitismus zu beobachten, vor allem unter Muslimen.

Und dieses Phänomen gilt auch für Deutschland: So kam es 2014 im Zuge der diversen Anti-Israel-Demonstrationen wiederholt zu offenem Antisemitismus. Demonstranten zeigten den Hitlergruß und skandierten hetzerische Parolen wie „Jude, Jude, feiges Schwein, komm herunter, kämpf‘ allein“. Gewiss, auch danach kannte das mediale Entsetzen keine Grenzen. Dabei kam dieser Ausbruch des Antisemitismus keineswegs ohne Vorwarnung. Bereits gut zwei Jahre zuvor war der Rabbiner Daniel Alter in Berlin brutal zusammengeschlagen worden, nur weil man ihn aufgrund seiner Kippa als Juden identifiziert hatte.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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