Ausgabe Dezember 2016

Mexiko: Zapatisten an die Macht?

Bei vielen Mexikanern sitzt der Schock noch immer tief: Sie werden vielleicht die ersten sein, die die Auswirkungen der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten direkt zu spüren bekommen. Dieser hatte im Wahlkampf mexikanische Migranten nicht nur als Kriminelle, Vergewaltiger und Drogensüchtige beschimpft und angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs eine Mauer zwischen beiden Staaten bauen zu lassen. Trump will auch das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) neu verhandeln und Einwanderer ohne Papiere abschieben. Sollte er auch nur einige dieser Versprechen umsetzen, hätte das dramatische Folgen für die betroffenen Menschen wie für die mexikanische Wirtschaft: 81 Prozent ihrer Exporte gehen an den nördlichen Nachbarn, und auch die regelmäßigen Überweisungen der gut 34 Millionen in den USA lebenden Mexikaner an ihre Familien im Süden, die Trump blockieren oder besteuern lassen will, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Reaktionen auf den Wahlausgang ließen denn auch nicht lange auf sich warten: Bereits in der Wahlnacht stürzte der mexikanische Peso auf einen historischen Tiefstand. Und auch der unpopuläre mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto von der Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) reagierte prompt. Er bot Trump eine Zusammenarbeit an, versprach aber auch, sich für die gefährdeten Interessen seiner Landsleute einzusetzen.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema