Ausgabe Mai 2018

Porsche-Peanuts

Dass deutsche Spitzenmanager immer ganz „nah bei de Leit“ sind, haben sie schon oft bewiesen. Wer hätte die „Peanuts“ von Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper vergessen? Oder das Victory-Zeichen seines Nachfolgers Josef Ackermann? Heute wäre der neue Vorstand der „Deutschen Pleite-Bank“ vermutlich froh, hätte er noch einmal so viel zu lachen wie damals im Gerichtssaal beim Mannesmann-Prozess.

Einen ganz besonderen Realitätssinn bewies dagegen Ex-VW-Ex-Porsche-Chef Matthias Müller. Sein letztes Gehalt betrug bescheidene zehn Millionen Euro, woraufhin sich „Der Spiegel“ zu der dreisten Frage verstieg: „Könnten Sie mit einer politisch gesetzten Obergrenze von, sagen wir, fünf Millionen Euro leben?“ Müller konterte diesen infamen Angriff auf die gebotene Weise: „In Deutschland besteht der Drang, alles politisch regeln zu wollen. Aber wo soll das enden? Wir hatten so was bereits einmal in Form der DDR. [...] Alles, was die Bürger frei aussuchen konnten, war die Brotsorte beim Bäcker – und selbst da war die Auswahl begrenzt. Jede Innovation wurde kaputt gemacht. In eine solche Situation dürfen wir nicht kommen.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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