Ausgabe Mai 2018

Porsche-Peanuts

Dass deutsche Spitzenmanager immer ganz „nah bei de Leit“ sind, haben sie schon oft bewiesen. Wer hätte die „Peanuts“ von Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper vergessen? Oder das Victory-Zeichen seines Nachfolgers Josef Ackermann? Heute wäre der neue Vorstand der „Deutschen Pleite-Bank“ vermutlich froh, hätte er noch einmal so viel zu lachen wie damals im Gerichtssaal beim Mannesmann-Prozess.

Einen ganz besonderen Realitätssinn bewies dagegen Ex-VW-Ex-Porsche-Chef Matthias Müller. Sein letztes Gehalt betrug bescheidene zehn Millionen Euro, woraufhin sich „Der Spiegel“ zu der dreisten Frage verstieg: „Könnten Sie mit einer politisch gesetzten Obergrenze von, sagen wir, fünf Millionen Euro leben?“ Müller konterte diesen infamen Angriff auf die gebotene Weise: „In Deutschland besteht der Drang, alles politisch regeln zu wollen. Aber wo soll das enden? Wir hatten so was bereits einmal in Form der DDR. [...] Alles, was die Bürger frei aussuchen konnten, war die Brotsorte beim Bäcker – und selbst da war die Auswahl begrenzt. Jede Innovation wurde kaputt gemacht. In eine solche Situation dürfen wir nicht kommen.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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