Die Stadt der Zukunft soll in den kommenden Jahren in der kanadischen Metropole Toronto entstehen. Im ehemaligen Hafengebiet Quayside wird dann die sogenannte Smart City „Sidewalk Toronto“ errichtet. Ihr geplantes Straßenbild könnte einem Science-Fiction-Film entstammen: Autonom fahrende Taxis gleiten durch die Straßen, Roboter beseitigen den Müll über unterirdische Tunnelsysteme, surrende Drohnen liefern Waren und bestelltes Essen aus. Eine Unzahl von Sensoren und Kameras sammeln Daten und Bilder in öffentlichen Räumen und Gebäuden und nutzen sie zur Verkehrssteuerung und Warenlogistik, zur Klimatisierung und Beleuchtung, aber auch zur sozialen Kontrolle. So jedenfalls stellt sich Googles Mutterkonzern, die Alphabet Group, die Smart City von morgen vor. Sidewalk Labs – wörtlich: Bürgersteig-Labore – heißt der entsprechende Zweig des Unternehmens, der mit der Konzeption und dem Bau des neuen Stadtviertels betraut ist. Die Smart City „Sidewalk Toronto“ ist dabei weit mehr als nur ein Modellprojekt: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hofft, dass eines nicht allzu fernen Tages tatsächlich zehntausende Menschen in Quayside leben und arbeiten werden, und Google möchte damit Toronto zu einem „global hub“ einer neuen Industrie für urbane Innovationen machen.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.