Ausgabe August 1990

Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik im ersten Halbjahr 1990

Die Konjunktur in den entwickelten kapitalistischen Ländern ist auch nach sieben Aufschwungsjahren noch immer aufwärts gerichtet. Dabei zeigen sich aber international deutliche Unterschiede. In den USA hat sich die Aufwärtsbewegung stark abgeschwächt. Im Frühjahr stagniert dort die Produktion in der Industrie, die Bautätigkeit geht zurück. Die konjunkturelle Ermüdung - verschiedentlich wird sogar mit einer Rezession gerechnet - hängt in erster Linie mit einer Abschwächung bei den Investitionen zusammen.

Die anhaltend hohen Haushaltsdefizite erfordern Beschränkungen bei den öffentlichen Ausgaben. In Japan bestimmen dagegen immer noch Auftriebskräfte die Situation, vor allem die Investitionen steigen an. Hier sind allerdings Bremswirkungen der Zinserhöhungen zu erwarten. Auch in Westeuropa ist die Konjunktur anhaltend günstig mit Ausnahme Großbritanniens. Dort behindern hohe Zinsen bei relativ starker Inflationsrate (um 8% ) die Investitionen. Die Umbrüche in Osteuropa verbessern mittelfristig die Wachstumsaussichten in W e s t e u r o p a. Kurzfristig halten sich die Auswirkungen aber - mit Ausnahme der BRD - in Grenzen. Der Anteil Osteuropas (ohne Sowjetunion) am Außenhandel der westeuropäischen Länder liegt bei 2%; Finanzierungsschwierigkeiten behindern vor allem den Handel mit der Sowjetunion.

August 1990

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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