Ausgabe Januar 1991

Demokratisierung in Afrika.

Aussichten und Bedingungen

Die Demokratie scheint - nach entsprechenden Entwicklungen in Lateinamerika, Asien und Osteuropa - nun auch in Afrika auf der politischen Tagesordnung zu stehen. Der Übergang von autoritären Regimes zu parlamentarischen Mehrparteiensystemen, zur liberalen Demokratie westlichen Zuschnitts, wird von innen wie von außen gefordert. Die westlichen Industrieländer wollen ihre "Entwicklungshilfe" für Afrika enger mit Forderungen nach einer politischen Demokratisierung verknüpfen. Nach dem Ende der ideologischmilitärischen Ost-West-Konfrontation bahnt sich eine neue Konditionalisierung der "Entwicklungshilfe" an. Dabei fügt sich die politische in die wirtschaftliche Konditionalisierung, wie sie Weltbank, Internationaler Währungsfonds und die meisten Geberländer mit der Forderung nach wirtschaftlicher Liberalisierung und der Öffnung zum Weltmarkt im Gegenzug zu weiteren Finanzzusagen betreiben: Marktwirtschaft ergänzt durch liberale Demokratie.

Unterdessen plädieren auch kritische Intellektuelle hier - auf der Basis der Unteilbarkeit von Freiheits- und Menschenrechten für einen "neuen Internationalismus", der die Demokratisierung "materiell" absichern soll.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema