Ausgabe März 1991

Krieg den Aufsteigern

Die neue US-Doktrin der Konflikte mittlerer Intensität (MIC)

Wie immer der Golfkonflikt am Ende ausgehen wird, schon heute liegt auf der Hand, daß Operation Wüstenschild (der Aufmarsch von US-Streitkräften am Golf) und Operation Wüstensturm (der gegenwärtige Krieg gegen den Irak) ein neues Modell für die PentagonPlanung der 90er Jahre abgeben.

Während die voraufgegangenen Modelle für amerikanische Militäreinsätze in der Dritten Welt von der Annahme ausgingen, die US-Streitkräfte würden leichtbewaffnete Guerillas oder schwache Militärkräfte wie in Panama zu bekämpfen haben, sieht das neue Modell heftige Kämpfe mit gut ausgerüsteten Regionalmächten wie dem Irak oder Syrien vor. Solche Kämpfe erfordern den Rückgriff auf die höchstentwickelten militärischen Ausrüstungen der USA und könnten durchaus den Einsatz chemischer oder atomarer Waffen auslösen.

Um solche Auseinandersetzungen sowohl vom "low-intensity conflict" (d.h. von Guerillakrieg und Aufstandsbekämpfung) als auch vom "high-intensity conflict" (d.h. einem regulären großen Krieg zwischen NATO und Warschauer Pakt) zu unterscheiden, haben Vertreter des Pentagon begonnen, diesen Kriegsführungstyp als "mid-intensity conflict" (MIC) zu bezeichnen (also als "Konflikt mittlerer Intensität" im Unterschied zu Konflikten "niedriger" und "hoher Intensität", d.

März 1991

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