Ausgabe Februar 1992

Die Ertragslage der Unternehmen in Westdeutschland

In den letzten Monaten hat ein wirtschaftspolitisches Thema wieder eine Rolle gespielt, das einige Jahre fast vergessen schien: die Einkommensverteilung. Ausgelöst wurde die Diskussion über Löhne und Gewinne von Bundesbank, Bundesregierung und Teilen der Wirtschaftswissenschaft. Vor dem Hintergrund der Belastungen im Zusammenhang mit der deutschen Einheit und der einschneidenden Verschlechterung der außenwirtschaftlichen Position des Landes die allerdings bei Lichte besehen nur der Abbau einer jahrzehntelangen Überschußposition ist - häufen sich die Warnungen vor Tarifabschlüssen, die die Unternehmensgewinne unter Druck setzen könnten.

Solche Warnungen sind angesichts eines langanhaltenden Prozesses der Umverteilung durchaus ungerechtfertigt: Zwischen 1970 und 1991 erhöhten sich die Nettogewinne der Selbständigen und Unternehmen (Summe) um Rund 260%, während die Nettolöhne nur um etwa 230% anstiegen. Da im gleichen Zeitraum die Zahl der Selbständigen zurückging und die der Lohn- und Gehaltsempfänger anstieg, verschob sich die Verteilungsrelation bei den persönlichen Einkommen noch stärker zugunsten der Selbständigen.

Februar 1992

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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