Ausgabe April 1993

Die Illusion des Umweltmarktes Osteuropa

Der Umweltschutz hat eine seltsame Karriere. Kam der Begriff im Duden von 1967 noch nicht vor, so wird Umweltschutz heute von vielen Unternehmern zum Hoffnungsträger der von Struktur- und Konjunkturkrisen geschüttelten Exportwirtschaft hochstilisiert. Der folgende Beitrag untersucht, inwieweit die (west-)deutsche Industrie hier nicht wieder eine neue Wachstums-Illusion aufgebaut hat und welches die Folgen des Kampfes um Marktanteile für den Umbau der Wirtschaftsstrukturen im Osten sein können. (Hans Diefenbacher) Daß die Ökowelle unsere Wegwerfgesellschaft erfaßt hat, daß Bioartikel Hochkonjunktur haben, kaum eine Werbekampagne ohne einen Hinweis auf die Umweltverträglichkeit des Produktes auskommt all das ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Unternehmer versuchen, weltweit neue "grüne" Märkte zu erschließen. Zu diesem Zweck wird nunmehr auch von dieser Seite verkündet, daß die Reparatur von Umweltzerstörungen ungleich teurer sei als ihre Vermeidung durch die Entwicklung und den Einsatz neuer, umweltschonender Techniken und umweltverträglicher Produktionsprozesse. Einige Wirtschaftsprognosen sehen hier sogar den "Megamarkt" des 21. Jahrhunderts.

So schätzt der Unternehmensberater H. Kaiser den Markt für Umweltschutzgüter und -dienstleistungen als überdurchschnittlich dynamisch ein.

April 1993

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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