Ausgabe Januar 1993

Vom Versagen der Eliten

Wird der Süden abgeschrieben?

Selbst unzweideutige Signale und schwere Wahlniederlagen reichen nicht hin, das politische Personal zu belehren. Hans-Magnus Enzensberger 1) Die vom Schicksal Begünstigten und Privilegierten denken nämlich nicht in größeren und langfristigen Zusammenhängen. John Kenneth Galbraith 2) An Nachrichten über den Zustand der Weltgesellschaft und der Umwelt mangelt es wahrlich nicht. Und es bedarf nicht der Hochrechnungen über die künftige Entwicklung des Ozonlochs, der Schadstoffimmissionen und der dadurch bewirkten Klimaveränderungen, um die Bedrohlichkeit dieses Zustandes zu erkennen - es genügen dafür bereits die wissenschaftlich abgesicherten Daten zur aktuellen Lage. Freie wissenschaftliche Forschung und regierungsamtliche Institute - die letzteren unter anderem dank modernster Satellitenaufklärung - stimmen in der Lagebeurteilung weitgehend überein: Die Berichte des Club of Rome und des World Watch Institute, aber auch die der Vereinten Nationen, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds sprechen eine eindeutige Sprache.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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