Ausgabe März 1993

Am Ende der Autokonjunktur

Mit Modernisierung aus der Krise?

1. Krise, Crash oder Rückfall in die Normalität? Autokonjunktur im Abschwung

Produktions- und Investitionsrekorde, prall gefüllte Kassen und Beschäftigungszuwächse - die 80er Jahre bescherten der deutschen Automobilindustrie den längsten Boom der Nachkriegszeit, Allen Krisenprognosen zum Trotz überwogen seit 1982 die positiven Kennziffern: Getragen vor allem von einer fulminanten Exportkonjunktur ließen die deutschen Autokonzerne Jahr um Jahr mehr Fahrzeuge vom Band rollen, fuhren in der Regel satte Gewinne ein, investierten Milliarden in die Modernisierung, den Aus- und Neubau ihrer Werke und gingen überdies ausgiebig auf Einkaufstour 1). Den Blick auf die Produktionszahlen des vergangenen Jahres gerichtet, mag man kaum glauben, daß diese goldenen Zeiten vorbei sein sollen: Mit nahezu 5,2 Mio. in Deutschland hergestellten Fahrzeugen aller Art wurde der Produktionsrekord von 1991 (knapp 5 Mio.) 1992 abermals leicht überboten 2). Die Zahl täuscht allerdings.

Einige Schlaglichter:

- Das in den vergangenen drei Jahren boomende I n l a n d s g es c h ä f t, zu weiten Teilen der nachholenden Motorisierung in den neuen Bundesländern geschuldet, verlängerte die deutsche Autokonjunktur und koppelte sie von den rezessiven Tendenzen der Weltautomobilkonjunktur ab.

März 1993

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.