Ausgabe Mai 1993

Italien: Revolution ohne Revolutionäre

Was passiert in Italien? Steuert das "belpaese" direkt ins Chaos? Ist die fünftgrößte Industrienation der Welt noch zu retten? Haben Korruption, Mafia und Schlendrian die Apenninhalbinsel schon so infiziert, daß der Ruin nur noch eine Frage der Zeit ist? Folgt man den Berichten, Analysen und Kommentaren der Massenmedien in Europa und jenseits des Atlantiks, so kommen sie in der Mehrheit zu dem Schluß, daß Italien am Ende ist oder kurz davor steht. Und als Indikatoren werden die steigende Arbeitslosigkeit, der Verfall der Lira, die Auflösung der Parteien, die Enthauptung der politischen Führung durch Bestechungsskandale und Zusammenarbeit mit der Mafia, die Rezession in der Wirtschaft, die nur noch durch den Staatspräsidenten im Amt gehaltene schwache Regierung etc. genannt.

Man könnte diesen Symptomen noch eine ganze Reihe weiterer hinzufügen, um die Krise zu beschreiben, in der sich Staat und Gesellschaft in Italien befinden. Nur: Symptome sagen noch nichts über die Ursachen aus; und ohne diese zu kennen, ist eine präzise Diagnose nicht, eine Fehldiagnose aber um so leichter möglich.

Mai 1993

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