Ausgabe September 1993

Sorry, Otto N.

"Die Zeiten werden immer schlechter... Na herrlich!" - solch hoffnungsfrohe Kunde erreichte mich kürzlich über das Massenmedium Drucksache aus London, "Preissteigerungen, Steuerschraube, Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit", das seien meine Chancen, jetzt reich zu werden, denn meine Kollegen "Thurn und Taxis, Rockefeller, Rothschilds konnten gerade in Zeiten wirtschaftlicher Depression ihren Reichtum explosionsartig vermehren, während der Mann auf der Straße alles verlor". Um "von der bevorstehenden Katastrophe sogar noch profitieren" zu können, brauche ich nur, so die frohe Botschaft, Mitglied des EPICON-Clubs zu werden.

Schon brauche ich keine Steuern mehr zu zahlen, kann meine Einkünfte vervielfachen, Staatsbürgerschaften, Diplomatenpässe, Doktorgrade und Adelstitel erwerben. Und das alles, weil ich als Mitglied eines exklusiven Vereins von Durchblickern den MAVIS-Brief mit seinem "brisanten Insiderwissen" zugeschickt erhalte.

September 1993

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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