Ausgabe September 1994

Berlin und der Dritte Weltkrieg

"Ich habe einen fürchterlichen Tag." - Es war der Präsident der Vereinigten Staaten, dem im September 1948 dieser Stoßseufzer entführ. Auf dem Höhepunkt der ersten Weltkrise um Berlin vertraute Truman seinem Tagebuch an: "Forrestal, Bradley, Vandenberg berichten mir von Basen, von Bomben auf Moskau, auf Leningrad usw. Ich habe das schreckliche Gefühl, daß wir einem Krieg sehr nahe sind." Man mag es kaum glauben: Der mächtigste Mann der Welt ein Getriebener? Im Alleinbesitz des vernichtenden Atoms und nicht Herr über Krieg und Frieden? Die beklemmende Situation sollte kein Einzelfall bleiben.

Kopfzerbrechen hat die vertrackte Lage Berlins im Fadenkreuz zwischen West und Ost den Verantwortlichen hüben wie drüben ständig bereitet und oft geradezu quälende Alpträume. Immer ging es um mehr als einen lokalen Disput. Wer in zeitgeschichtlichen Fotoarchiven den Kalten Krieg martialisch bebildert sucht, wird nirgends fündiger als unter dem Stichwort "Berlin".

September 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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