Ausgabe September 1994

Landwirtschaft vor Gewässerschutz

Jährlich gelangen über 400 000 Tonnen Stickstoff aus der Luft in die Nordsee. Die Ursache: vor allem die Landwirtschaft. Gülle, die in der Tierhaltung anfällt und als unliebsamer Abfall auf die Felder gekippt wird, bildet dort Gase, unter anderem die Stickstoffverbindung Ammoniak. Die Folge: Ferntransport des Gases, das schließlich mit dem Regen in Küstengewässer eingebracht wird und dort zu Algenblühen beiträgt. Das Gegenmittel: derzeit nicht vorhanden. Es sei denn, die Viehhaltung wird eingeschränkt. Da es aber nicht realistisch erscheint, eine solche Forderung in einem überschaubaren Zeitraum umzusetzen, sieht das Umweltbundesamt momentan keine Möglichkeiten, diese Stickstoffquelle zu verschließen. Stickstoffeinträge in die Nordsee kaum reduziert

Doch sind auch andere Ursachen nicht so ohne weiteres in den Griff zu bekommen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Umweltbundesamt (UBA) vor kurzem veröffentlichte. Anlaß für die Untersuchung war ein Beschluß der Nordseeanliegerstaaten aus dem Jahre 1990, bis 1995 die Nährstoffeinträge in Küstengewässer um 50% zu reduzieren. Doch mußte die Bundesrepublik mittlerweile einräumen, daß sie das wie voraussichtlich auch andere Länder nicht erreichen werde.

September 1994

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