Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) versteht sich neben der Weltbank und oft in Konkurrenz zu dieser - als eine Leitinstitution der internationalen Entwicklungspolitik. Im Bewußtsein der Unzulänglichkeiten des üblicherweise benutzten Indikators für den Entwicklungsstand eines Landes das Bruttosozialprodukt pro Kopf der Bevölkerung - berechnet UNDP seit 1990 einen "Index der menschlichen Entwicklung" (IME), dessen Ergebnisse im jährlich erscheinenden Bericht "Human Development Report" veröffentlicht werden. Dieser Index, zusammengesetzt aus Kennziffern für die Lebenserwartung, den Bildungsstand und die Kaufkraft der Durchschnittseinkommen, erlaubte es bislang nur, eine Rangskala von zuletzt 173 Staaten der Welt aufzustellen, von Nr. 1 (Kanada) bis zum Schlußlicht Guinea: Im Zeitablauf konnte lediglich verfolgt werden, ob sich die Situation eines Landes im Verhältnis zu den anderen verändert hat - absolute Verbesserungen oder Verschlechterungen des Standes der menschlichen Entwicklung waren dagegen nicht zu ermitteln. Im jüngsten Bericht für 1994, gewidmet der Vorbereitung des Weltgipfels der sozialen Entwicklung in Kopenhagen im März 1995, wurde nun eine gründliche Neuberechnung des IME vorgestellt, die absolute Vergleiche im Zeitablauf zuläßt.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.