Ausgabe Dezember 1995

Zukunftsfähiges Deutschland

Die nächste Runde in der Diskussion um nachhaltige Entwicklung

Schon vor ihrer eigentlichen Veröffentlichung wird einer Publikation aus dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen derzeit eine beträchtliche Aufmerksamkeit zuteil. Ende Oktober wurde die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" vorgestellt; seitdem werden die Ergebnisse der Arbeit in vielen Medien und auf einer großen Anzahl von Tagungen diskutiert. 1) Was ist geschehen, daß nicht nur die Fachöffentlichkeit der Studie eine derartige Beachtung schenken? Der Begriff "Sustainable Development" hat seit der Veröffentlichung des Brundtland Berichtes 2) im Jahr 1987 eine erstaunliche Karriere erlebt: wer heute in der Umweltpolitik etwas erreichen will, muß demonstrieren, daß er - oder sie - es "nachhaltig" zu tun gedenkt; das gilt beinahe auch für die Wirtschaftspolitik. 3) Durch das Nennen des Schlagwortes hat man aber nicht schon bezeichnet, für was man sich genau engagieren will, und auch nicht die Methode, mit der dies am besten geschehen könnte. Der Begriff ist in der Gefahr, als Beschwörungsformel mißbraucht zu werden, die je nach Interessenlagen und politischen Intentionen mit den verschiedensten Bedeutungen angefüllt werden kann.

Aber das ist nicht der einzige Grund für seine Attraktivität.

Dezember 1995

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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