Ausgabe Juni 1995

Wenn das Nebenprodukt zum Hauptproblem wird

Überlegungen aus umweltökonomischer und ökologischer Sicht

Im Zuge der Bewußtwerdung der Umweltkrise ist ein neues Gebiet der Volkswirtschaftslehre entstanden: die Umweltökonomie. In den letzten Jahren kristallisierte sie sich zunehmend als eigenständige wissenschaftliche Disziplin heraus.

So wurde z.B. 1994 an der Universität Cottbus ein Lehrstuhl für Umweltökonomie eingerichtet und 1995 ein weiterer an der Universität Heidelberg geplant. Im Rahmen dieser Teildisziplin haben Wirtschaftswissenschaftler die ökonomischen Bewertungsmethoden so ergänzt, daß auch Umweltverschmutzung in die wirtschaftliche Kalkulation miteinbezogen werden konnte.

Allerdings ist die Umweltökonomische Vorgehensweise im konkreten Einzelfall häufig schlecht handhabbar.

Darüber hinaus können vor allem langfristige ökologische Probleme mit umweltökonomischen Methoden nur unzureichend angegangen werden. Fallen beispielsweise aufgrund heutiger Handlungen in 30 Jahren Kosten in Höhe von 100 Mrd. DM an, so ist es bei einem Zinssatz von 8% nicht wirtschaftlich, heute 10 Mrd. Kosten zu tragen, um diesen zukünftigen Schaden von 100 Mrd. zu vermeiden. 1) Aus derartigen Gründen sind auch ökonomische Beiträge zur Nachhaltigkeitsdiskussion oft unbefriedigend.

Juni 1995

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