Die - euphemistisch ausgedrückt - Unzulänglichkeit gegenwärtiger europäischer Sicherheitsinstitutionen, -mechanismen und -strategien ist evident und bedarf keiner weiteren Begründung. Somit ist die Schaffung einer Sicheitsstruktur die den seit 1989/91 grundsätzlich veränderten politisch-strategischen Rahmenbedingungen in Europa entsprechen würde, eine der dringendsten und wichtigsten Aufgaben für alle europäischen Staaten und entsprechende internationale Organisationen. Das Ende der Ost-West Konfrontation hat eine historische, unwiederholbare Chance der Errichtung eines kooperativen Systems der gemeinsamen, alleuropäischen, politisch-militärischen, sozialwirtschaftlichen, humanitären und ökologischen Sicherheit eröffnet. Die gemäß der Pariser Charta 1990 reformierte und gestärkte KSZE/OSZE, in enger Zusammenarbeit mit solchen Organisationen wie der EU, WEU und der NATO, könnte angemessene Grundlage und Rahmen für die Bildung des erwähnten Systems sein. Diese Chance wurde aus verschiedenen subjektiven wie auch objektiven Gründen, vor allem wegen der tragischen Ereignisse von 1991, nicht voll genutzt. Sie unterliegt einer ständigen Erosion. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt eindeutig, daß militärische Mittel für die Lösung oder Bewältigung der vor Europa und der Welt stehenden Probleme, Krisen und Herausforderungen untauglich sind.
Gegründet einst zur Lehrerfortbildung, hat sich das Goethe-Institut inzwischen längst von der anfänglichen politischen Engführung emanzipiert. Nun allerdings droht der Kultur in Zeiten neuer Machtpolitik als global wirksamer »Soft Power« eine nationalistische Wende.