Ausgabe Januar 1997

Mehr Demokratie wagen!

SPD-Führung im partizipatorischen Zeitalter

Einer der auffälligsten Aspekte bei der Entwicklung der SPD seit dem Verlust der Regierungsmacht in Bonn ist die Instabilität ihrer Führungsstruktur auf Bundesebene. Dies gilt in ganz besonderer Weise für die beiden prestigeträchtigen und eng miteinander verknüpften Funktionen des Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten, aber auch für das Amt des Bundesgeschäftsführers und mit Einschränkungen für den Fraktionsvorsitz im Bundestag. In schneller Abfolge durchlief eine ganze Reihe von Spitzengenossen diese Führungspositionen. Innerhalb der letzten zehn Jahre hatte die SPD mehr Parteivorsitzende als in der gesamten Nachkriegszeit. Seit 1983 traten die Sozialdemokraten bei jeder Bundestagswahl mit einem anderen Kanzlerkandidaten an. Auch bei dem für das Innenleben der Partei so ausschlaggebenden Amt des Bundesgeschäftsführers gaben sich während des letzten Jahrzehnts fünf Inhaber gewissermaßen die Klinke in die Hand.

Häufig wechselte auch die Führung der Bundestagsfraktion. Nach der 13jährigen Zuchtmeisterschaft Herbert Wehners lösten ab 1983 immerhin drei Vorsitzende einander ab. Die öffentliche Diskussion hat diesen bunten Reigen zumeist in Begriffen der Personen- und Ereignisgeschichte interpretiert.

Januar 1997

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema