Fünf Jahre nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro findet vom 23. bis zum 27. Juni 1997 eine Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. Gegenstand der Versammlung ist eine Zwischenbilanz des Rio-Folgeprozesses. Defizite und Erfolge bei der Umsetzung der auf dem Erdgipfel erzielten Beschlüsse stehen zur Diskussion. Der Umweltgipfel von Rio gab mit seinem Aktionsplan für einen nachhaltigen Entwicklungsweg (der Agenda 21) und den Konventionen zu Klima und biologischer Vielfalt entscheidende Impulse für die globale Umweltpolitik. Bedingt durch kurzsichtige nationale Eigeninteressen und fehlende internationale Sanktionsmechanismen mangelt es jedoch an überzeugenden Aktivitäten. 1) Doch selbst wenn es gelingt, derartige Hemmnisse zu überwinden und sich die verschiedenen Akteure an eine Umsetzung der Vertragsdokumente von Rio begeben, müssen die Aktivitäten nicht immer zum Erfolg führen. Die im folgenden dargestellten Bemühungen internationaler Organisationen, Strategien zum Schutz und zur gleichzeitigen Nutzung der biologischen Vielfalt zu etablieren, verdeutlichen ein grundlegendes Problem vieler Bemühungen: die Umsetzung der theoretischen Ansätze in erfolgreiche Projekte vor Ort.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.