Fünf Jahre nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro findet vom 23. bis zum 27. Juni 1997 eine Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen statt. Gegenstand der Versammlung ist eine Zwischenbilanz des Rio-Folgeprozesses. Defizite und Erfolge bei der Umsetzung der auf dem Erdgipfel erzielten Beschlüsse stehen zur Diskussion. Der Umweltgipfel von Rio gab mit seinem Aktionsplan für einen nachhaltigen Entwicklungsweg (der Agenda 21) und den Konventionen zu Klima und biologischer Vielfalt entscheidende Impulse für die globale Umweltpolitik. Bedingt durch kurzsichtige nationale Eigeninteressen und fehlende internationale Sanktionsmechanismen mangelt es jedoch an überzeugenden Aktivitäten. 1) Doch selbst wenn es gelingt, derartige Hemmnisse zu überwinden und sich die verschiedenen Akteure an eine Umsetzung der Vertragsdokumente von Rio begeben, müssen die Aktivitäten nicht immer zum Erfolg führen. Die im folgenden dargestellten Bemühungen internationaler Organisationen, Strategien zum Schutz und zur gleichzeitigen Nutzung der biologischen Vielfalt zu etablieren, verdeutlichen ein grundlegendes Problem vieler Bemühungen: die Umsetzung der theoretischen Ansätze in erfolgreiche Projekte vor Ort.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.