Ausgabe März 1997

Mehr durch weniger?

Be- und Entlastungen in Waigels Steuerreformkonzept

1. Der bisherige Trend: Unternehmensstärkende Umverteilung der Steuerlast

Unter dem sorgenvollen Etikett "Hochsteuerland" konzentriert sich die Politik der Bundesregierung seit Jahren auf die schrittweise Entlastung der Unternehmen sowie der Privatvermögen von Steuern. Dabei kann sich diese Politik im Dienste der Stärkung der Gewinne und Vermögenseinkünfte auf die große Mehrheit der Wirtschaftswissenschaft beziehen.

So fordert der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" in seinem jüngsten Jahresgutachten, vor allem die Abgabenlast der Unternehmen zur Unterstützung der durch ihn seit Jahren "vertretenen angebotsorientirten Wirtschaftspolitik" zu senken und deren Aufbringung entsprechend zu reformieren. 1) Nach der Angebotsdoktrin muß der Staat einerseits Ausmaß und Struktur der Abgaben sowie andererseits seine Ausgaben auf die Stärkung einzelwirtschaftlicher Rentabilität ausrichten. Gesamtwirtschaftlich wird mit dieser Steuersenkungspolitik das Versprechen verknüpft, dadurch würden Wirtschaftswachstum angeregt und Arbeitsplätze geschaffen. Den Zusammenhang versucht die sog. Laffer-Kurve zu beschreiben.

März 1997

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema