Ausgabe Oktober 1997

Die verlorene Unschuld der Windenergie

Seit dem Stromeinspeisungsgesetz von 1991, das Betreiben von Windrädern 17 Pf/kWh an Vergütung garantiert, hat die Windenergie einen regelrechten Boom erlebt. Die Windstromproduktion stieg auf das Zwanzigfache.

Doch in jüngster Zeit ist die vermeintlich so ökologische Energieform ins Gerede gekommen: Von Seiten vieler Naturschützer wird sie nicht mehr vorbehaltlos befürwortet, Kritik an Anlagen- und Abschreibungsspekulationen verbreitet sich, und auch die Bundesregierung will - wenngleich wohl nicht aus ökologischen Gründen - durch eine Novellierung die Einspeisungsvergütung drastisch kürzen oder zeitlich begrenzen. Die Befürworter der Windenergie haben Mitte September zu einer bundesweiten Demonstration mobilisiert. Der nachfolgende Artikel von Hans Christoph Binswanger stellt einen pointiert-kritischen Beitrag innerhalb dieser Debatte dar. - D. Red.

Ursprünglich konnte man der Windenergie einen besonderen Wert beimessen: Gedacht war sie als Beitrag zu einer "alternativen" Wirtschaftsweise, die auf autonomen Produktions- und Konsumeinheiten aufbaut. Diese hätten durch die Windenergie dezentral mit Energie versorgt werden sollen.

Oktober 1997

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