Ausgabe September 1997

Der Umgründung zweiter Teil

Achtung, zehnter Jahrestag: "Generalsekretär Honecker und Bundeskanzler Kohl trafen am 7. und 8. September 1987 in Bonn zu Gesprächen zusammen. (...) Es bestand Übereinstimmung, das Erreichte unter Beachtung des Grundsatzes zu bewahren und auszubauen, daß beide Staaten die Unabhängigkeit und Selbständigkeit jedes der beiden Staaten in seinen inneren und äußeren Angelegenheiten respektieren." Aus dem "Gemeinsamen Kommuniqué" vom 11. September 1987. Im siebten Jahr der Einheit habe die deutsche Nation ihre Bewährungsprobe bestanden, sagt Manfred Stolpe.

An den Deichen der Oder

Die Sprache klingt zwar eher nach Heitmann als nach BRDReinheitsgebot, aber daß einer, der im "Einigungsprozeß" auf seine Weise nicht weniger durchgerüttelt wurde als die meisten seiner Landsleute, den inneren Zustand der neuen Bundesrepublik so freundlich beschreibt, könnte zuversichtlich stimmen. Wären da nicht die Schäden, die weit nachhaltiger als jetzt die "Jahrhundertflut" jener "Einigungsprozeß" seit sieben Jahren anrichtet. 1989/90 - Westberlins Regierender Momper hatte "dem Volk der DDR" gerade zur Maueröffnung gratuliert und die Deutschen zum "glücklichsten Volk der Welt" ernannt - schien alles noch einfach.

September 1997

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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