Von der "sich selbst nicht anerkennenden" Einwanderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland schrieb Micha Brumlik in den August-"Blättern", die mannigfache Probleme und vielfältige Konflikte "hervortreiben". Daß die makabre Diskussion zwischen CSU und CDU über den Slogan "Deutschland ist kein Einwanderungsland" bekanntlich - "immerhin" - damit endete, daß der Satz nicht wörtlich in der Unions-Wahlplattform auftaucht, spricht für eine gewisse Wirkung öffentlicher Proteste (vgl. auch unsere "Eindringliche Erinnerung", Heft 7/1998), ändert aber an der verbreiteten Verwirrung der Begriffe und Meinungen über die Zugehörigkeits- und Zutrittsbedingungen der deutschen Gesellschaft noch gar nichts. - Wir setzen die "Blätter"-Debatte fort mit einem Beitrag von Ulrich K. Preuß, der auf seiner bemerkenswerten Antrittsvorlesung am Fachbereich Politische Wissenschaft der FU Berlin fußt. Deren - erheblich umfangreicherer - Gesamttext erschien im März 1998 in der sozialwissenschaftlichen Vierteljahrszeitschrift "Leviathan" unter dem Titel "Die Belagerung des liberalen Verfassungsstaates durch die multikulturelle Gesellschaft". - D. Red.
Vor dem Dolmabahçe-Palast am Bosporus hat die Polizei den Gehweg abgesperrt. Aktivistinnen der Republikanischen Volkspartei (CHP) aus dem Istanbuler Bezirk Beşiktaş demonstrieren hier seit Wochen gegen die juristischen Eingriffe in ihre Partei, die stärkste Oppositionskraft des Landes.