Ausgabe Oktober 1998

Farbenblinde Verfassung und multikulturelle Gesellschaft

Von der "sich selbst nicht anerkennenden" Einwanderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland schrieb Micha Brumlik in den August-"Blättern", die mannigfache Probleme und vielfältige Konflikte "hervortreiben". Daß die makabre Diskussion zwischen CSU und CDU über den Slogan "Deutschland ist kein Einwanderungsland" bekanntlich - "immerhin" - damit endete, daß der Satz nicht wörtlich in der Unions-Wahlplattform auftaucht, spricht für eine gewisse Wirkung öffentlicher Proteste (vgl. auch unsere "Eindringliche Erinnerung", Heft 7/1998), ändert aber an der verbreiteten Verwirrung der Begriffe und Meinungen über die Zugehörigkeits- und Zutrittsbedingungen der deutschen Gesellschaft noch gar nichts. - Wir setzen die "Blätter"-Debatte fort mit einem Beitrag von Ulrich K. Preuß, der auf seiner bemerkenswerten Antrittsvorlesung am Fachbereich Politische Wissenschaft der FU Berlin fußt. Deren - erheblich umfangreicherer - Gesamttext erschien im März 1998 in der sozialwissenschaftlichen Vierteljahrszeitschrift "Leviathan" unter dem Titel "Die Belagerung des liberalen Verfassungsstaates durch die multikulturelle Gesellschaft". - D. Red.

Oktober 1998

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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