Die fünfte Weltklimakonferenz in Bonn endete wie ihre vier Vorläufer: Der einzige wirklich konkrete und dann auch eingehaltene Beschluss ist der für eine Folgekonferenz. So geschieht es seit der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Jahr 1992, die die Klima-Konvention auf den Weg brachte. Deren Ziel war bereits kompromittiert, weil es nur darum gehen sollte, den Stand der Treibhausgas-Emissionen auf dem des Jahres 1990 zu stabilisieren. Zur Erinnerung: Im Jahr 1988 hatte die Weltklimakonferenz in Toronto (die zu dieser Zeit noch eine wissenschaftliche und keine politische war) verlautbart, dass die Zivilisation ein Klima-Experiment praktiziere, dessen Folgen denen eines globalen Atomkriegs ähneln würden. Es geht also prinzipiell um mehr als lediglich darum, den Anstieg der CO2-Emissionen und anderer Treibhausgase zu verhindern. Es muss um deren Reduzierung gehen, weit unter den Stand des Jahres 1990. Doch selbst das ungenügende Ziel von Rio wird nicht umgesetzt. Auch die mittlerweile fünfte politische Weltklima-Konferenz seit 1992 diskutiert immer noch. Sie diskutiert nicht nur das "wie" einer Realisierung dieses Ziels, sondern sogar noch das "ob". Federführend im Widerstand sind die USA.
Das Timing hätte nicht besser sein können. Kaum hatten Ende April Delegierte aus 57 Staaten die weltweit erste Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verlassen, gab es neue Hiobsbotschaften vom Ölmarkt.