Die fünfte Weltklimakonferenz in Bonn endete wie ihre vier Vorläufer: Der einzige wirklich konkrete und dann auch eingehaltene Beschluss ist der für eine Folgekonferenz. So geschieht es seit der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Jahr 1992, die die Klima-Konvention auf den Weg brachte. Deren Ziel war bereits kompromittiert, weil es nur darum gehen sollte, den Stand der Treibhausgas-Emissionen auf dem des Jahres 1990 zu stabilisieren. Zur Erinnerung: Im Jahr 1988 hatte die Weltklimakonferenz in Toronto (die zu dieser Zeit noch eine wissenschaftliche und keine politische war) verlautbart, dass die Zivilisation ein Klima-Experiment praktiziere, dessen Folgen denen eines globalen Atomkriegs ähneln würden. Es geht also prinzipiell um mehr als lediglich darum, den Anstieg der CO2-Emissionen und anderer Treibhausgase zu verhindern. Es muss um deren Reduzierung gehen, weit unter den Stand des Jahres 1990. Doch selbst das ungenügende Ziel von Rio wird nicht umgesetzt. Auch die mittlerweile fünfte politische Weltklima-Konferenz seit 1992 diskutiert immer noch. Sie diskutiert nicht nur das "wie" einer Realisierung dieses Ziels, sondern sogar noch das "ob". Federführend im Widerstand sind die USA.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.