Die These, daß die Börsenkurse immer weiter steigen, weil Washington es sich nicht leisten kann, sie fallen zu lassen, verweist auf einen neuen Aspekt des korporativen Sozialismus, American version: öffentliche Unterstützung für Kapitalanleger, gerechtfertigt mit dem Argument, wenn es für diese schlecht laufe, werde es allen anderen noch schlechter ergehen. Dies schließt den Rest der Welt mit ein, da niemals zuvor soviel ausländisches Geld an der Wall Street investiert wurde und weil die Weltwirtschaft, wie der Ökonom David Hale schreibt, von einem "stabilen US-Aktienmarkt abhängt, der es gestattet, Amerikas Rolle in der Welt als 'spender of last resort' aufrechtzuerhalten". Alle stecken tiefer mit drin, als ihnen lieb ist. Alan Greenspan könnte die "Spekulationsblase" - wenn es denn eine Blase ist mit einer einzigen ungeschickten Äußerung zum Platzen bringen. Als der Aktienindex noch 3 000 Punkte tiefer stand, löste seine Bemerkung über die "irrationale Überschwenglichkeit" der Anleger sofort einen Kurssturz aus.
Ob bei der Wasserversorgung, in der Pflege oder im Gesundheitssektor: Bereits seit einigen Jahrzehnten kommt es selbst in systemrelevanten Bereichen immer wieder zu Privatisierungen – bei denen die kurzfristige Gewinnmaximierung zugunsten der Investoren oftmals das Geschäft bestimmt.