Ausgabe Januar 2000

Panamas Aufbruch

Für Panama ist kein Ende der Geschichte in Sicht. Im Gegenteil: Am 31. Dezember 1999, 12 Uhr mittags Ortszeit, beginnt die eigene Geschichte erst so richtig. Dann nämlich wird Mirya Elisa Moscoso Rodriguez als Staatschefin die frühere Kanalzone endgültig dem nationalen Territorium eingliedern und Panama zu einem ganz normalen Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft machen. Allein schon simple Zahlen zeigen, daß Panama bisher außerhalb der Konventionen stand. Wie groß ist das Land beispielsweise? Ein Blick in diverse Enzyklopädien erbringt Variationen um die 75 000 Quadratkilometer. Indes, der präzise "Kurzbericht über Lateinamerika" der Dresdener Bank Lateinamerika annotiert 77 082 Quadratkilometer. "Das werden wir gleich haben," meinte die resolute Direktorin der Nationalbibliothek in Panama-Stadt und schob den Microsoft World Atlas als CD-Rom in das Laufwerk: verdutztes Innehalten, weil 75 520 Quadratkilometer - also zu wenig - aufschienen! Immerhin kam dies an die offizielle Zahl von Panamas Statistikbüro (Contraloria GeneralDirección de Estadística y Censo) heran: 75 512 Quadratkilometer. Genauer verzeichnet es der "Fischer Weltalmanach 2000 ", der 75 517 Quadratkilometer angibt, darin die 1432 Quadratkilometer (oder 1442?) der Panama-Kanalzone.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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