Ausgabe Juli 2000

Die halbherzige Jahrhundertreform

"Die Beseitigung der erkannten Schwächen duldet keinen Aufschub. Nur eine konzeptionelle Neuausrichtung aber gewährleistet, daß die Bundeswehr in den neuen Aufgaben dauerhaft bestehen kann." Rudolf Scharping, 3. Mai 1999 1)

Der wie jede Reformdebatte in diesem Land ausgesprochen zäh verlaufende Streit um eine grundlegende Neugestaltung der Bundeswehr, unumgänglich aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage nach dem mittlerweile mehr als zehn Jahre zurückliegenden Ende des Kalten Krieges, erreichte im Frühsommer seinen vorläufigen Höhepunkt: - Am 23. Mai 2000 präsentierte Richard von Weizsäcker der Öffentlichkeit den Bericht der von ihm geleiteten "Kommission Gemeinsame Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr". 2) - Am gleichen Tag meldete der vom Hardthöhenchef mit der "konzeptionellen und planerischen Weiterentwicklung der Streitkräfte" beauftragte damalige Generalinspekteur, General von Kirchbach, "Auftrag ausgeführt" und legte sein diesbezügliches "Eckwertepapier" vor 3) und wurde von seinem Dienstherrn postwendend in den vorzeitigen Ruhestand abkommandiert.

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