Ausgabe Mai 2000

Die fünf großen Krisen

Verwerfungen der entwickelten kapitalistischen Gesellschaftsordnung

Wenn sozialwissenschaftlich orientierte Intellektuelle Bilanz ziehen über die Erfolge und Irrwege der rot-grünen Koalition, dann können sie in gewisser Weise auch stolz sein, mit ihrer professionellen Kompetenz ein bißchen Licht in diese verwickelten Verhältnisse zu bringen. Dabei müssen sie aber in jeder Hinsicht ihre Autonomie bewahren, um politisch so eingreifen können, daß sie sich nicht, ob wissentlich oder unbewußt, in die Rolle von Legitimationslieferanten gedrängt sehen. Wollen wir also unsere eigene sozialwissenschaftliche Kompetenz einbringen, dann gilt es, das Orientierungswissen in unserer Gesellschaft zu erweitern, aber so, daß wir uns gleichzeitig der Regeln bewußt werden, wie wir dieses Wissen in öffentlich überzeugende Alternativen umsetzen können. Darin sehe ich die Hauptaufgabe von politisch eingreifenden Intellektuellen. In den 70er Jahren hegten wir die Vorstellung (im Zusammenhang einer Organisationsform, die sich Sozialistisches Büro nannte), daß wir die Spezifizierung von Arbeitsfeldern benötigen, um unsere revolutionären Ansprüche umzusetzen. Diese Arbeitsfeldkonzeption hatte den Sinn, die beruflichen Kompetenzen der Menschen, ihren Leistungsstolz, die Regeln ihres jeweiligen Arbeitszusammenhangs in eine politische Veränderungsstrategie aufzunehmen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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