Ausgabe August 2001

Gesundheitspolitische Dilemmata

Vor einem guten halben Jahr hat Ulla Schmidt das Amt der Bundesgesundheitsministerin angetreten. Auch wenn nicht der Problemstau in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sondern das fehlerhafte BSE-Krisenmanagement der Amtsvorgängerin Anlaß für den Ministerwechsel gab, so konnte kein Zweifel daran bestehen, daß gerade im Kerngeschäft des Gesundheitsministeriums, also bei der Steuerung der GKV, zahlreiche Probleme ungelöst geblieben waren. Bei ihrem Amtsantritt hatte die Ministerin es vor allem mit zwei akuten Problemen zu tun: mit den Folgen des Arzneimittelbudgets und mit den Verwerfungen zwischen den Kassen aufgrund der 1997 wirksam gewordenen Wahlfreiheit. Wichtigstes Ziel der Ministerin ist es, für Ruhe in der Gesundheitspolitik zu sorgen und dieses Thema aus dem Bundestagswahlkampf herauszuhalten. Das verlangt zweierlei: daß erstens die Beitragssätze stabil bleiben und zweitens die betroffenen Akteure, vor allem Arzte und Patienten, öffentlich nicht allzu stark über die damit verknüpften Versorgungsrestriktionen und Verteilungskonflike klagen.

Der Konsensorientierung und Konfliktentschärfung dient vor allem der neu geschaffene Runde Tisch, an dem wichtige Akteure des Gesundheitswesens beteiligt sind. Das Gespräch zwischen den Beteiligten soll helfen, neue Lösungen für alte Probleme zu finden.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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