Ausgabe Januar 2001

Antisemitismusstreit in Frankreich

La campagne de France 1) und kein Ende. Im vergangenen April brachte ein renommierter Pariser Verlag ein Buch dieses Titels heraus. Sein Autor verkündet darin, er gedenke einen Kreuzzug für die Verteidigung der Sprache und der französischen Werte zu führen. Sein persönliches Tagebuch aus dem Jahr 1994 liefert den Rahmen seiner Auseinandersetzung mit allem, was ihm der grandeur unseres schönen Frankreichs zu schaden scheint. Nämlich was? Unter anderem die verhunzte Sprache, die - sei es im Fernsehen, sei es selbst im Schulunterricht - auf uns eindringt. Aber auch eine Einwanderungspolitik, die Immigranten zunehmend die gleichen Rechte wie den Einheimischen zubilligt. Und schließlich eine Rundfunksendung, die es heute nicht mehr gibt: Panorama von France Culture, wo wöchentlich an die 40 neu erschienene Bücher besprochen wurden.

Was stört den Mann an Panorama? Daß seine "jüdischen Mitarbeiter" uns unaufhörlich mit den spezifischen Problemen der Juden behelligen, was "auf die Dauer doch ein wenig nervt, weil es kein Gegengewicht gibt". Im übrigen demonstriere die große Zahl dieser "jüdischen Mitarbeiter", daß "eine bestimmte ethnische oder religiöse Gruppe eindeutig überrepräsentiert ist".

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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