Für Schlagzeilen sorgte die kalifornische Energiekrise von Januar bis März, als das gesamte Stromnetz nur durch Abschalten der Stromversorgung im Schichtsystem vor dem Zusammenbruch bewahrt werden konnte. Nacheinander nahm man einzelne Regionen bis zu eineinhalb Stunden vom Netz. Hunderttausende Einwohner und viele Unternehmen waren von diesen rolling blackouts betroffen, Aufzüge blieben stecken, Ampeln fielen aus - die Konsequenzen für die Wirtschaft sind noch nicht abzusehen. Mit Schäden in Höhe von 1,7 Mrd. Dollar pro Woche rechnet die Los Angeles County Economic Development Cooperation. Die kontrollierten Stromabschaltungen bilden den vorläufigen Höhepunkt einer schon länger dauernden Krise, deren Wurzeln in einer gescheiterten Deregulierung des kalifornischen Energiesektors zu suchen sind, einem "kolossalen und gefährlichen Misserfolg", wie es der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gray Davis, genannt hat. Die Entwicklung nahm ihren Ausgang in den frühen 90er Jahren: Zwischen 1991 und 1994 gingen in Kalifornien fast 750 000 Arbeitsplätze verloren, der Bundesstaat steckte in einer tiefen Rezession. Gleichzeitig erreichten die Energiepreise USRekordniveau; sie wurden nur in wenigen anderen Bundesstaaten übertroffen.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.