Ausgabe Oktober 2001

Arbeitgeber-Marktwirtschaft

Derzeit wetteifern CDU und Unternehmerverbände um ein Konzept der "Neuen" bzw. "neuen" Sozialen Marktwirtschaft. Die Kommission "Neue Soziale Marktwirtschaft" unter Leitung der Parteivorsitzenden Angela Merkel trat Ende August mit einem Programmpapier an die Öffentlichkeit, dessen Thesen in der Partei nun diskutiert werden sollen. Erklärtes Ziel dabei ist, die Soziale Marktwirtschaft "auf eine neue Stufe" zu heben, wobei bereits parteiintern kritisiert wurde, daß der Begriff der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" suggerieren könne, die Union wolle sich vom "bewährten Konzept" der Sozialen Marktwirtschaft verabschieden.

Um diesem Mißverständnis vorzubeugen, wird das Attribut "neu" nun klein geschrieben. Diese schriftsprachliche Änderung erscheint schon deshalb sinnvoll, weil in dem 116seitigen Konzept bei aller bereits vom Arbeitnehmerflügel der CDU kritisierten Annäherung an den neoliberalen Zeitgeist ausdrücklich vor einem "liberalistischen Freibeutertum" (Ludwig Erhard) gewarnt und die grundsätzliche Bedeutung des sozialen Ausgleichs und des Gleichgewichts zwischen Staat und Wirtschaft unterstrichen wird.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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