Ausgabe Oktober 2001

Von der Unwirtschaftlichkeit des Standorts Deutschland

Seit dem Frühjahr dieses Jahres mehren sich wieder die Stimmen, die das Nachlassen des Wirtschaftswachstums auf die mangelnde Attraktivität des Standorts Deutschland zurückführen. Die Steuersätze und Löhne seien zu hoch, die Märkte blockiert, das soziale System sei verkrustet und der Reformstau werde nicht zügig abgebaut. Ausländische Unternehmen mieden den Standort Deutschland und deutsche Unternehmen mit Geschäftssinn wanderten zunehmend ins Ausland ab. Ein Blick auf die Zahlen bietet für derartige Behauptungen aber keinerlei Belege.

Anfang Juli hat Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, eine erste Bilanz für die Direktinvestitionsströme 1999 und 2000 geliefert.1 Hervorhebenswert waren für die Statistiker aus Luxemburg zwei Fakten: Erstens sind die Ströme an Direktinvestitionen trotz der weltwirtschaftlichen Widrigkeiten im vergangenen Jahr nicht versiegt, sondern innerhalb und auch außerhalb der Europäischen Union weiter angestiegen. Die Investitionen durch Drittländer in den Mitgliedstaaten der EU sind im Jahr 2000 gegenüber 1999 um 27%, die der EU-Mitgliedstaaten in Drittländer um 12% höher.

Zweitens betont das Statistische Amt in seinem Pressetext, dass auch im Jahr 2000 Deutschland das wichtigste Ziel ausländischer Investitionen innerhalb der Europäischen Union war.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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