Ausgabe April 2002

Auf dem Weg zum Euro-Islam?

Muslime im säkularen Rechtsstaat

Es ist ja auch nicht so, dass auf dieser Welt die vernünftigen Menschen auf zwei Beinen laufen und die religiösen auf dem Kopfe. Abdolkarim Sorusch

Hin und wieder fragen sich auch gläubige Christen, wie sie in einem säkularen Staat leben können, der Abtreibungen und Experimente mit Embryonen hinnimmt, welche nach strenger christlicher Auffassung schlicht Mord sind. In den Vereinigten Staaten steigert sich dieser Zweifel bisweilen zur aktiven Bekämpfung von Institutionen und Repräsentanten der liberalen Demokratie. Aus "Neo-Konservativen", die sich mit der säkularen Welt problemlos arrangieren, werden dann "Theo-Konservative", die zwischen Staat und Kirche nicht länger trennen. 1) So weit geht das Gros der protestantischen Fundamentalisten in den USA nicht, aber die konsequenteren wandern, da sie auch unter der Administration von George W. Bush mit Justizminister Ashcroft nicht mehr Einfluss bekommen haben, in die "innere Emigration" ab. Die Erinnerung an das Unvereinbare zwischen Christentum und säkularem Rechtsstaat ist angebracht, da nun vermehrt dem Islam die Gretchenfrage gestellt wird, wie er es mit der Verfassung und mit der Demokratie halte.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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