Ausgabe Februar 2002

Dilemmata der Chemiepolitik

In den letzten Jahren häufen sich die Hinweise, dass Expositionen gegenüber Chemikalien (und Strahlung) in Dosisbereichen, die lange Zeit als unbedenklich galten, für den menschlichen Organismus schädlich sind. Schon geringste Konzentrationen naturfremder evolutionsunerprobter Stoffe wie bestimmte Pflanzenschutzmittel, Wuchsstoffe, Konservierungsstoffe, Farb- und Aromastoffe sowie Pharmazeutika (Cytostatika) werden mit ausgesprochen nachteiligen biologischen Wirkungen in Verbindung gebracht. Dabei nimmt die Art der Erkrankungen häufig einen Verlauf, der von den klassischen Krankheitsmustern abweicht. Angegriffen und geschädigt werden die Übertragungssysteme oder Netzwerke des Körpers wie das Hormonsystem, das Immunsystem, das Nervensystem und das Erbgut. 1) Insgesamt sind im Bereich der Umwelt- und Gesundheitsvorsorge die Erfolge einer wissenschaftlichen Politikberatung leider recht dünn gesät. Dies hängt damit zusammen, dass der Zwang zum sparsamen Haushalten immer häufiger dazu führt, dass die langfristige integrierte Forschung beispielsweise im Bereich der Toxikologie und des Strahlenschutzes vernachlässigt, verzögert oder abgebrochen wird.

Defizite der Chemikalienkontrolle

Angesichts der wachsenden Stoffmengen und der Vielfalt der Stoffe - derzeit sind etwa 2 Mio.

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