Ausgabe Januar 2002

Der Import menschlicher embryonaler Stammzellen

Plädoyer für das Moratorium

Der Nationale Ethikrat hat am 29. November 2001 eine Stellungnahme zum Import menschlicher embryonaler Stammzellen für Forschungszwecke abgegeben. 14 Mitglieder votierten für eine befristete Freigabe des Imports, wenn auch mit mehreren einschränkenden Bedingungen. Neun Mitglieder votierten für ein Moratorium von drei Jahren. Ich gehöre dem Gremium an, war aber bei der Sitzung dringend verhindert, so daß ich nicht abgestimmt habe. Ich möchte aber nicht verbergen, daß ich es für nicht ratsam halte, jetzt mit dem Import von menschlichen embryonalen Stammzellen zu beginnen, bevor der Gesetzgeber dazu eindeutig Stellung bezogen hat.

Zur Debatte stand zunächst keine Grundsatzentscheidung, sondern eine Stellungnahme zu dem Antrag einer Bonner Forschergruppe an die Deutsche Forschungsgemeinschaft, für das Projekt einer Versuchsserie mit menschlichen embryonalen Stammzellen finanzielle Förderung zu erhalten. Einzelheiten eines solchen Versuchsantrags werden von der DFG erst bekanntgegeben, wenn die Förderung erfolgt. Das geschieht generell zum Schutz der wissenschaftlichen Ideen von Antragstellern vor vorzeitiger Veröffentlichung und hat nichts mit dem konkreten Fall zu tun.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema