Ausgabe März 2002

Ost-westliche Ukraine

Am 31. März finden in der Ukraine zum dritten Mal seit Erlangung der Unabhängigkeit Wahlen zur Werchowna Rada, der obersten Volksvertretung des Landes, statt. Sie fallen in eine Zeit, in der die innere Entwicklung von einem wirtschaftlichen Aufschwung und einer relativen Stabilisierung des politischen Systems gekennzeichnet ist. Erstmalig seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Herrschaftssystems und dem Zerfall der Sowjetunion konnte in den beiden letzten Jahren der wirtschaftliche Niedergang gestoppt und ein kontinuierlicher Zuwachs der wirtschaftlichen Leistungskraft erzielt werden. Nach vorläufigen Angaben des Staatskomitees für Statistik wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Ukraine im Jahre 2001 gegenüber 2000 um ca. 9%. Die Industrieproduktion hatte von Januar bis Oktober einen Zuwachs von etwa 16% im Vergleich zum Vorjahr, und die Inflationsrate lag unter 4%. Mit diesen Wachstumsraten steht die Ukraine an der Spitze aller UdSSRNachfolgestaaten und belegt auch einen vorderen Platz im Vergleich aller mittelosteuropäischen Reformländer.

Die wirtschaftliche Stabilisierung ging einher mit der Überwindung der tiefen politischen Krise zu Beginn des Jahres 2001, die sich durch die Verwicklung von Präsident Leonid Kutschma in die Affäre um die Ermordung des regimekritischen Journalisten Gongadse zeitweilig zu einer Staatskrise ausgeweitet hatte.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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